Arbeitsplatzverluste bei Kaiser’s abwenden!

14. September 2016
kt

Innerhalb der letzten Monate war den Medien immer wieder zu entnehmen, dass die geplante Übernahme der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann GmbH durch die Edeka-Gruppe ins Stocken geraten ist. Erst sprach Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im März eine Sondergenehmigung für die Übernahme aus, doch die Konkurrenz von REWE und Norma klagte dagegen. Im Juli schob das Oberlandesgericht Düsseldorf der ministerlichen Erlaubnis einen Riegel vor. Nun droht bei Kaiser’s Tengelmann der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen.

Die Kaiser’s Tengelmann GmbH ist momentan mit Supermärkten unter dem Namen Kaiser’s im Großraum Berlin wie auch in Nordrhein-Westfalen vertreten. Ansonsten gibt es nur noch Supermärkte mit dem Namen Tengelmann in Oberbayern. Aus dem Großraum Rhein-Main-Neckar wurde sich binnen der letzten Jahre zurückgezogen. Aktuell beträgt das Defizit der Kaiser’s Tengelmann GmbH monatlich rund 10 Millionen Euro. Mit wirtschaftlichem Gewinn betreibt die Tengelmann-Gruppe nur noch Non-Food-Ketten wie OBI (Baumärkte), Kik (Textilien) und Tedi (Discounter für Ge- und Verbrauchsartikel).

„Gerade im Osten Berlins ist Kaiser’s durch die Übernahme des Großteils der Kaufhäuser der einstigen Handelsorganisation (HO) der DDR in fast jedem Wohnquartier vertreten“, stellt Günter Czichon fest, Berliner Landesvorsitzender der Bürgerbewegung pro Deutschland.

„Sollten wegen des langwierigen juristischen Gezerres dort von jetzt auf gleich tausende von Arbeitsplätzen vernichtet werden, wäre das eine wirtschaftliche Katastrophe. Alle Akteure in dieser Sache – gleich ob Tengelmann-Gruppe, Edeka-Gruppe, deren Konkurrenz, die Justiz, das Bundeskartellamt etc. – sind nun im Sinne des Gemeinwohls dringend dazu angehalten, schnellstmöglich eine sozialverträgliche Lösung zu finden, die die Supermarkt-Standorte rettet und den betroffenen Arbeitnehmern die Beschäftigung sichert. In Streitfällen solcher Größenordnung muss das Gemeinwohl absoluten Vorrang haben vor Einzelinteressen!“

Nico Ernst