Über die Identitäre Bewegung

26. September 2016
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Für linkslastige Ideologen ist sie ein Stein des Anstoßes, für das patriotische Spektrum eine sinnvolle organisatorische Ergänzung: die Rede ist von der Identitären Bewegung. Die aus Frankreich stammende, mittlerweile europäische Bewegung steht für kulturelles Selbstbewusstsein und Islamismus-Kritik. Hierfür wird sie von der radikalen Linken wie auch etablierter Politik penetrant als „rechtsextrem“ dargestellt. Ihr ethnoplurales Weltbild, das das Selbstbewusstsein aller Völker achtet, wird mit dem neulinken Kampfbegriff eines „Kulturrassismus“ verunglimpft.

Die heutige Identitäre Bewegung entstammt der Jugend des Bloc identitaire, der 2003 in Frankreich als Netzwerk regionaler Organisationen wie beispielsweise Nissa Rebela (dt. Rebellisches Nizza) oder Alsace d’abord (dt. Elsass zuerst) gegründet wurde. Im deutschen Sprachraum trat die Identitäre Bewegung erstmals 2012 in Erscheinung. In Österreich wurde sie noch im selben Jahr als Verein gegründet, während sie in der Bundesrepublik Deutschland vorerst nur als Facebook-Projekt existierte. Erst 2014 erfolgte die Eintragung in ein deutsches Vereinsregister.

Die Aktionsformen der Identitären werden als Kommunikationsguerilla bezeichnet, was definiert wird als eine kleine Gruppe von Aktivisten, die sich intern verabreden, um aufsehenerregende Aktionen zuwege zu bringen. Eine solche fand neulich Ende August in Berlin statt, als Mitglieder der Identitären Bewegung auf das Brandenburger Tor stiegen, um dort ein Transparent mit den Worten „Sichere Grenzen – Sichere Zukunft“ zu befestigen. In der Bundeshauptstadt war dies ein klares Zeichen gegen die „Wir schaffen das!“-Vorgabe von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die politische Linke meint unterdessen, sie habe eine Art Monopol auf die Methoden der Kommunikationsguerilla, wenn etwa die Non-Profit-Organisation Greenpeace an Gebäuden, die nach Auffassung ihrer Mitglieder symbolisch für die Schädigung der Umwelt stehen, in spektakulärer Weise Transparente anbringt. Entsprechend hasserfüllt reagieren linke Ideologen, wenn ihr vermeintliches Monopol von der Identitären Bewegung angetastet wird. Unvermeidliche „Rechtsextremismus-Experten“, die ihre eigene Glaubwürdigkeit zerstören, indem sie in das tatsächlich linksextreme „Antifa“-Netzwerk eingebunden sind, fühlen sich auf den Plan gerufen und fabulieren über eine Gefahr, die von der Identitären Bewegung ausgehen soll.

Das patriotische Spektrum, das aus Parteien, Studentenverbindungen und anderen Vereinigungen außerhalb der Parteipolitik besteht, ist mit der Identitären Bewegung um eine Organisation neuer Art reicher geworden. Eine hervorragende Arbeit im deutschen Sprachraum wurde bislang in Österreich geleistet. Dort ist der erst 27-jährige Martin Sellner der Kopf der Bewegung. Der gebürtige Wiener versteht es in besonderer Weise, vermeintliche Argumente der Einwanderungsindustrie für eine millionenfache Migration von Dritte-Welt-Staatsbürgern nach Mitteleuropa als ideologisches Wunschdenken von Gutmenschen zu entlarven. Hoffentlich wird sich in Bälde die Stärke der Identitären Bewegung Österreichs auf die Strukturen in der Bundesrepublik übertragen!

Nico Ernst