Wirbel um Kay Nerstheimer

23. September 2016
kay_nerstheimer

Der Bundesvorstand der AfD entscheidet im Oktober über den Parteiausschluß des im Wahlkreis Lichtenberg 1 direkt ins Berliner Landesparlament gewählten Abgeordneten Kay Nerstheimer (Foto). Die AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat sich ohne Nerstheimer konstituiert. Grund für diese Maßnahmen sind Veröffentlichungen auf Nerstheimers mittlerweile gelöschter Facebookseite sowie dessen frühere Mitgliedschaft in der „German Defence League“.

Ein Teil der Facebook-Veröffentlichungen ist tatsächlich indiskutabel. Da wurden Asylbewerber aus Syrien als „einfach widerliches Gewürm“ verächtlich gemacht, Schwarze als „Bimbos“ bezeichnet und Homosexuelle als „degenerierte Spezies“ abgetan. Unklar ist allerdings, ob Nerstheimer persönlich diese Einträge vorgenommen hat. Ihm sei eine deutliche und glaubwürdige Distanzierung von solchen Inhalten empfohlen.

Andere aus seinem Facebookprofil hergeleiteten Vorwürfe wirken eher lächerlich. So sind über das in Rede stehende Profil Bilder von Frauen mit großer Oberweite mit „Gefällt mir“ markiert worden. Ein schlüpfriger einschlägiger Bericht im „Stern“ ist mit den entsprechenden Fotos angereichert. Wieder einmal versucht das Blatt, seine Auflage mit NS-Bildern und nackter Haut in die Höhe zu treiben – hinter der Fassade des Biedermanns, der über „Rechtsextremismus“ aufklärt.

Die „German Defence League“ existiert nur noch als Facebook-Projekt. Auch hier finden sich radikale Kommentare und viele anonyme Äußerungen mit Begriffen aus der Gossensprache, die von  den Moderatoren mal gelöscht werden und mal nicht. So hatte sich aber diese Organisation, angelehnt an die „Jewish Defence League“, ursprünglich nicht positioniert. Die „Jewish Defence League“ ist ein Zusammenschluß von Juden, die einen neuen Holocaust verhindern wollen. Ihre Gegner sind radikale Muslime. Dieser Ansatz ist zweifellos weder illegitim, noch ein klassisch „rechtsextremes“ Anliegen.

Der Fall Kay Nerstheimer ist für die AfD eine Nagelprobe. Läßt sich die Partei treiben von den Massenmedien und vom etablierten Politikbetrieb? Oder widersteht sie der Versuchung, den vermeintlich leichten Weg zu gehen?

Wir, die Bürgerbewegung pro Deutschland, haben uns für die zweite Option entschieden.

Andreas Kudjer